Besuch der «Wohngruppe Felsberg» für minderjährige Flüchtlinge

Am 22. Dezember 2016 besuchte ich, Euphrates aus Syrien die Wohngruppe für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Felsberg.Sie wohnen im Haus der Stiftung Gott hilft. Die Stiftung feierte in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Es war ein schöner, sonniger Tag. Ich wurde freundlich von Herrn Reto und Herrn Patrick empfangen. (Die Anrede Herr + Vornamen ist in der Wohngruppe so üblich).

Im Gespräch mit den beiden erfuhr ich mehr über die Wohngruppe.

Seit wann besteht die Wohngruppe Felsberg?

Am 15. November 2015 wurde die Wohngruppe in Felsberg eröffnet.

Wie viele Personen betreuen die Flüchtlinge ? Sind auch Freiwillige dabei ?

Sieben Personen arbeiten zwischen 50% – 80% (bei 430% Stellenprozenten). Dazu kommen Studenten, die Schulprojekte erarbeiten und auch als Freiwillige mithelfen.

Wie viele Flüchtlinge wohnen zur Zeit bei ihnen?

14 Personen, einige sind schon18, andere noch jünger.

Können sie mir bitte etwas über das tägliche Leben der Flüchtlinge in der Wohngruppe erzählen?

Die Jugendlichen stehen um 7.00 Uhr auf und treffen sich zum Frühstück. Um 8.15 Uhr gehen sie zum Bahnhof. Einige fahren nach Cazis, andere nach Schiers in die Schule. Dort bekommen sie auch das Mittagessen. Zwischen 17 Uhr und 18 Uhr kommen sie heim.  Nachtessen gibt es um 18.30 Uhr. Sie essen schweizerische Gerichte. Manchmal kochen wir ihnen ein Gericht aus ihrem Heimatland.

Wie viele Zimmer, mit Bad und Toiletten hat es im Haus ? Gibt es auch einen Freizeitraum ?

Im Haus haben wir 7 Zimmer, 2 Badezimmer, 2 Toiletten, einen  Aufenthalts-raum und einen Fitnessraum mit einem Tischfussball. Draussen steht ein Tischtennis-Tisch.

 

Gibt es Schwierigkeiten mit der Kommunikation und wenn ja, wie begegnen sie diesen Schwierigkeiten?

Es gibt zwei hauptsächliche Schwierigkeiten :

  1. Kulturelle Unterschiede: Die meisten Jugendlichen sind es nicht gewohnt individuell behandelt zu werden. Sie kennen eher das Verhalten im Kollektiv. Aber die Schweiz ist das Land der Individualität.

Sie sind es gewohnt, dass ihnen jemand die Regeln vorgibt, nach denen sie sich zu verhalten haben.

Das Team versucht ihnen zu zeigen, dass sie selbst Verhaltensregeln aufstellen und befolgen sollen als Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben.

  1. Die Sprache: Einige sind in ihrer Muttersprache schulisch sehr schwach. Aus diesem Grund haben sie viel mehr Mühe Deutsch zu lernen. Das Team versucht mit den Jugendlichen entweder in ihrer Muttersprache oder mit Körpersprache und mit Zeichnungen sich verständlich zu machen. Aber hauptsächlich sprechen wir mit ihnen Deutsch.

Können sie mir etwas darüber erzählen, wie sie mit den Familien zusammenarbeiten, die ab und zu Jugendliche zu sich heim einladen?

Die Familien arbeiten nicht mit uns zusammen. Selten und nur in besonderen Situationen kann es sein, dass ein Jugendlicher für 1 bis zwei Wochen bei einer Familie lebt.

Wie sehen sie derzeitig die Chancen der Flüchtlinge. Werden sie sich leicht (gut) oder mit Schwierigkeiten integrieren?

Das Wort «leicht (gut)» ist nicht richtig. Wir vom Team versuchen unser Bestes zu geben, dass sie die Regeln in der Wohngruppe und generell in der Schweiz verstehen und befolgen können. Wir versuchen ihnen Schritt für Schritt diese Aufgabe zu erleichtern.

Sehen sie diese Wohngruppe als Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen der Flüchtlinge und der Schweiz?

Wir haben gute Kontakte zu den Nachbarn. Die Jugendlichen werden manchmalzu einem Barbeque (Grillfest) oder einer andern Mahlzeit  eingeladen.

Manchmal laden wir als Wohngruppe die Nachbarn zu einem gemeinsamen Essen ein. Die Stimmung ist immer sehr gut. Bei diesen Gelegenheiten lernen die Jugendlichen viel über das Leben in der Schweiz.

Welche Botschaft möchten sie den Jugendlichen mit auf den Lebensweg geben?

Wir geben ihnen den Rat:

Sei mutig, gib dein Bestes für deine Integration. Lerne Deutsch und mach jede Arbeit, die dir angeboten wird. Wir werden dich dabei unterstützen.

Weiter raten wir ihnen Deutsch zu lernen, damit sie mit der Zeit arbeiten können und sich so Schritt für Schritt in die schweizerische Gesellschaft integriert werden. Alle Mitarbeit mögen die Jugendlichen. Wir wollen ihnen helfen sich zu integrieren und ein Teil der Schweizer Gesellschaft zu werden.

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